Social Media in der Schule: Was Studien zeigen und wo Werte ins Spiel kommen.
Jugendliche verbringen viel Zeit mit Social Media, begegnen dort Falschinformationen und Hass und erleben ihre Nutzung oft selbst als schwer steuerbar. Aktuelle Studien zeigen, wie verbreitet das ist und welche Rolle die Schule dabei spielen soll.
Die wichtigsten Zahlen
Jede Zahl stammt aus der verlinkten Originalquelle.
der 12- bis 19-Jährigen verbringen nach eigener Aussage häufig mehr Zeit am Handy, als sie ursprünglich geplant hatten.
Quelle: JIM-Studie 2025, Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (PDF)
sind im Monat vor der Befragung Fake News im Netz begegnet. Im Jahr davor waren es 61 %.
Quelle: JIM-Studie 2025, Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (PDF)
der 10- bis 17-Jährigen nutzen Social Media riskant, weitere 6,6 % gelten als abhängig (Erhebung Herbst 2025).
Quelle: DAK-Pressemitteilung vom 24.03.2026 zur Studie OTTER
der 11-, 13- und 15-Jährigen in 44 Ländern und Regionen zeigen eine problematische Social-Media-Nutzung (2022, 2018 waren es 7 %).
Quelle: WHO Europa, Teens, screens and mental health (25.09.2024)
Was Studien über Jugendliche und Social Media zeigen
Was die Studien sagen, in unseren Worten zusammengefasst, mit Link zur Quelle.
JIM-Studie 2025: Nutzung und Selbsteinschätzung
Zwischen dem 2. Juni und dem 12. Juli 2025 wurden 1.200 Jugendliche von 12 bis 19 Jahren in Deutschland befragt (repräsentative Stichprobe). Die tägliche Bildschirmzeit am Smartphone liegt im Schnitt bei 231 Minuten. 68 % verbringen häufig mehr Zeit am Handy als geplant, 44 % lassen sich bei den Hausaufgaben davon ablenken. 67 % genießen Zeit ohne Smartphone, aber nur 36 % schalten es regelmäßig aus, um bewusst Zeit für sich zu haben. Rund ein Fünftel fühlt sich regelmäßig von den vielen Möglichkeiten sozialer Medien überfordert, bei Mädchen sind es 26 %, bei Jungen 15 %.
Quelle: JIM-Studie 2025, Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (PDF)
JIM-Studie 2025: Was Jugendlichen online begegnet
Im Monat vor der Befragung sind 67 % Fake News begegnet, 64 % Beleidigungen, 59 % extremen politischen Ansichten, 47 % Hassbotschaften und 46 % Verschwörungstheorien. Alle diese Anteile sind gegenüber 2024 gestiegen, nur der Anteil der selbst Beleidigten blieb bei 11 %. Nur noch 17 % der Jugendlichen sind keinem dieser Phänomene begegnet (2024: 23 %).
Quelle: JIM-Studie 2025, Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (PDF)
DAK-Studie OTTER (bis 2025 DAK-Mediensuchtstudie)
Die Längsschnittstudie befragt Kinder und Jugendliche von 10 bis 17 Jahren zusammen mit einem Elternteil. Die achte Erhebungswelle lief vom 24. September bis 12. Oktober 2025 mit rund 1.000 Eltern-Kind-Paaren. 21,5 % der 10- bis 17-Jährigen nutzen Social Media riskant (Vorjahr: 21,1 %), 6,6 % gelten als abhängig. Hochgerechnet nutzen rund 1,5 Millionen junge Menschen soziale Medien problematisch. Die DAK fordert, Medienkompetenz früh in der Schule zu vermitteln.
Quelle: DAK-Pressemitteilung vom 24.03.2026 zur Studie OTTER
WHO Europa und HBSC-Studie
Befragt wurden 2022 knapp 280.000 Jugendliche im Alter von 11, 13 und 15 Jahren in 44 Ländern und Regionen. Problematische Nutzung beschreibt die Studie als Verhaltensmuster mit suchtähnlichen Symptomen, etwa Kontrollverlust oder Vernachlässigung anderer Aktivitäten. Der Anteil stieg von 7 % (2018) auf 11 % (2022), bei Mädchen auf 13 %, bei Jungen auf 9 %. Die WHO Europa empfiehlt eine gesundheitsfördernde Schulumgebung, in der Medienkompetenz verankert ist, und hält die Bildung dazu in vielen Ländern für unzureichend.
Quelle: WHO Europa, Teens, screens and mental health (25.09.2024)
Was das für Schulen bedeutet
Die Studien zeigen Verbreitung und Zusammenhänge. Sie belegen nicht, dass ein einzelnes Programm die Nutzung verändert. Für Schulen ergeben sich drei Anknüpfungspunkte.
Zwischen Einsicht und Verhalten
Nach der JIM-Studie genießen 67 % Zeit ohne Smartphone, aber nur 36 % schalten es regelmäßig aus. Wissen allein reicht offenbar nicht. Es hilft, wenn Klassen und Kollegien selbst klären, was ihnen wichtig ist, und gemeinsame Absprachen treffen.
Einordnen braucht einen Maßstab
Zwei Drittel begegnen Fake News, fast die Hälfte Hassbotschaften. Wer einordnen will, was er online sieht, braucht einen Maßstab. Eigene Werte und ein Gespräch darüber im Klassenzimmer geben ihn.
Schule als gemeinsamer Rahmen
Die WHO Europa und die DAK sehen die Schule als Ort, an dem der Umgang mit digitalen Medien verankert werden soll. Dort kommen Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern täglich zusammen.
Wie Value School ansetzt
Value School arbeitet an der Wertebasis, nicht an der Technik. Schülerinnen und Schüler entdecken, was ihnen wichtig ist, etwa Respekt, Zugehörigkeit oder Zeit für sich, sprechen darüber und entwickeln gemeinsam Regeln für den Umgang miteinander, auch online. Lehrkräfte erhalten Werkzeuge für Werte- und Konfliktsituationen. Wir geben keine Werte vor.
Value School ist kein Anbieter für Medienkompetenz-Training oder Suchtprävention und ersetzt keine Beratung oder Therapie. Bei Anzeichen von Abhängigkeit sind Beratungsstellen, Schulpsychologie und Fachleute die richtigen Ansprechpartner.
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Stand der Quellen: Oktober 2026. Die Zahlen wurden anhand der verlinkten Originalquellen geprüft.
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