Psychische Gesundheit in der Schule: Warum Prävention im Schulalltag ansetzt.
Die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen ist auch Jahre nach der Pandemie höher als davor. Studien zeigen, welche Rolle Schulklima und Zusammenhalt spielen und was das Wohlbefinden stärken kann.
Die wichtigsten Zahlen
Jede Zahl stammt aus der verlinkten Originalquelle.
der jungen Menschen berichten von einer anhaltend verminderten Lebensqualität (Herbst 2024).
Quelle: COPSY-Studie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (Pressemitteilung vom 04.12.2024)
zeigen psychische Auffälligkeiten (Herbst 2024).
Quelle: COPSY-Studie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (Pressemitteilung vom 04.12.2024)
der 10- bis 19-Jährigen weltweit hat eine psychische Störung (14,3 %).
Quelle: WHO, Mental health of adolescents (Fact Sheet, September 2025)
der befragten Schülerinnen und Schüler berichten von mindestens wöchentlicher Erschöpfung.
Wie es Kindern und Jugendlichen geht
Was die Studien sagen, in unseren Worten zusammengefasst, mit Link zur Quelle.
COPSY-Studie (UKE Hamburg)
Die siebte Befragungsrunde im Herbst 2024 zeigt: Nach einer Verbesserung in den Jahren 2022 und 2023 stagnieren die Werte. Sie liegen weiter über dem Niveau vor der Pandemie. Sorgen bereiten vor allem Kriege, wirtschaftliche Unsicherheit und der Klimawandel. Als Schutz nennt die Studienleiterin Zuversicht und ein sozial gut unterstützendes Umfeld.
Quelle: COPSY-Studie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (Pressemitteilung vom 04.12.2024)
WHO-Fact-Sheet zur Gesundheit Jugendlicher
Die Jugend gilt als wichtige Phase, um soziale und emotionale Gewohnheiten für das Wohlbefinden aufzubauen, etwa Problemlösen und den Umgang mit Gefühlen. Die WHO hebt schützende und unterstützende Umfelder in Familie, Schule und Gemeinschaft hervor.
Quelle: WHO, Mental health of adolescents (Fact Sheet, September 2025)
DAK-Präventionsradar 2024/25
Befragt wurden mehr als 26.000 Schülerinnen und Schüler aus 14 Bundesländern. Erschöpfung ist mit 65 % die häufigste Beschwerde, 30 % berichten mehrmals pro Woche von Schlafstörungen. Erschöpfung und Schlafprobleme treten bei niedrigem Sozialstatus, bei weiblichen Befragten und in höheren Altersgruppen häufiger auf. 14 % erleben mindestens wöchentlich schulisches Mobbing.
HBSC-Studie 2022
Für die Befragung 2022 wurden rund 6.500 Schülerinnen und Schüler aus 174 Schulen einbezogen. Wer sich durch die Schule stark belastet fühlt, berichtet bis zu doppelt so häufig von psychosomatischen Beschwerden wie Gleichaltrige mit positiver Einschätzung der Schule. Ein ähnlicher Zusammenhang zeigt sich bei der Unterstützung durch Mitschülerinnen, Mitschüler und Lehrkräfte.
Quelle: HBSC-Factsheet, 30. Armut- und Gesundheitskongress 2025 (PDF)
Was Wohlbefinden stärken kann
Mehrere Studien untersuchen, wie Werte, Stärken und wertebasiertes Handeln mit dem Wohlbefinden zusammenhängen. Sie zeigen Zusammenhänge und Effekte in ihren jeweiligen Stichproben und beweisen keine Wirkung für jede Schule.
Charakterstärken im Schulcurriculum
In einer quasi-experimentellen Studie mit 319 Schülerinnen und Schülern (12 bis 14 Jahre) berichteten die Jugendlichen nach Übungen zu ihren Charakterstärken von signifikant höherer Lebenszufriedenheit als die Kontrollgruppe. Die Autoren sprechen von vorläufiger, aber ermutigender Unterstützung.
Quelle: Proctor et al. (2011): Strengths gym, Journal of Positive Psychology
Handeln nach den eigenen Werten
In einer Studie mit freiwilligen Teilnehmenden planten und setzten Personen vier Wochen lang Handlungen um, die zu ihren Werten passen. Wer das Programm abschloss, berichtete danach mehr Lebenszufriedenheit, mehr positive und weniger negative Gefühle als die Kontrollgruppe.
Quelle: Bojanowska et al. (2022): Acting on Values, Journal of Happiness Studies
Werte und Wohlbefinden bei Kindern
In einer vorab registrierten Studie mit 738 Grundschulkindern (6 bis 12 Jahre) hing ein auf Wachstum ausgerichtetes Wertemuster mit höherem subjektivem Wohlbefinden zusammen, auch unter Berücksichtigung wahrgenommener sozialer Unterstützung. Der Zusammenhang zeigte sich bei Mädchen und bei Kindern von 9 bis 12 Jahren, nicht bei Jungen und Kindern von 6 bis 8 Jahren.
Was das für Schulen bedeutet
Die Studien zeigen Zusammenhänge. Sie belegen nicht, dass ein einzelnes Programm psychische Belastung verhindert. Für Schulen ergeben sich daraus drei Anknüpfungspunkte.
Schulklima und Zusammenhalt zählen
Die HBSC-Studie verbindet Schul- und Klassenklima sowie Unterstützung durch Lehrkräfte und Mitschüler mit dem psychosozialen Wohlbefinden.
Früh ansetzen
Die WHO beschreibt die Jugend als Phase, in der soziale und emotionale Fähigkeiten aufgebaut werden. Schule ist der Ort, an dem junge Menschen jeden Tag zusammenkommen.
Belastung ist ungleich verteilt
Laut DAK-Präventionsradar sind Erschöpfung und Schlafprobleme bei Kindern mit niedrigem Sozialstatus, bei Mädchen und in höheren Altersgruppen häufiger. Gerade dort lohnt ein gutes Miteinander in der Schule.
Wie Value School ansetzt
Value School arbeitet am gemeinsamen Umgang in der Schule. Schülerinnen und Schüler entdecken spielerisch ihre Werte, sprechen darüber und entwickeln gemeinsam Regeln für ein respektvolles Miteinander. Lehrkräfte erhalten Werkzeuge für Werte- und Konfliktsituationen.
Value School ersetzt keine Beratung oder Therapie. Bei akuten Belastungen sind Schulpsychologie, Beratungsstellen und Fachleute die richtigen Ansprechpartner.
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Stand der Quellen: Oktober 2026. Die Zahlen wurden anhand der verlinkten Originalquellen geprüft.
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